Archiv

Ein offenes Archiv zwischen Hydrant, Erinnerung, digitaler Transformation, IPFS und künstlerischer Weiterentwicklung im Kontext von WIMART.

Archivfilm

ReGenesis

ReGenesis beschreibt eine neue Werkphase, die aus Verlust, Unterbrechung und erneuter künstlerischer Setzung hervorgegangen ist. Der frühere Zugang zu einer älteren NFT-Serie ging verloren. Aus dieser Zäsur entstand kein Ende, sondern ein Neuanfang: historische Hydrantenbilder wurden erneut aufgegriffen, transformiert und in einen erweiterten bildnerischen Zusammenhang überführt.

So wird das Archiv selbst zum produktiven Ort. Es bewahrt nicht nur Vergangenes, sondern erzeugt neue Bezüge zwischen Dokumentation, Malerei, digitalem Bildprozess und urbaner Erinnerung.

Archiv, OpenSea und IPFS

Das Archiv verweist auf unterschiedliche Ebenen der digitalen Veröffentlichung. OpenSea zeigt einzelne Arbeiten als NFT-Kontext und macht ihre Verbindung zu Blockchain-Strukturen sichtbar. IPFS (InterPlanetary File System) ist ein dezentrales Netzwerk zur Speicherung und Verteilung von Dateien. Es übernimmt hier eine andere Aufgabe: Es beschreibt nicht den Markt, sondern die dezentrale Ablage der Dateien selbst.

Entscheidend ist dabei der Inhaltsverweis. Eine Datei wird nicht nur über einen veränderlichen Speicherort gefunden, sondern über ihren eigenen digitalen Fingerabdruck, den sogenannten Content Identifier (CID). Wenn sich der Inhalt ändert, ändert sich auch dieser Verweis. Das macht IPFS für WIMART zu einem technischen und zugleich künstlerischen Baustein: Die Werke bleiben als Dateien adressierbar, prüfbar und in ein Netzwerk von Bezügen eingebunden.

Gleichzeitig ermöglicht diese Form der Adressierung eine nachvollziehbare Zuordnung: Der CID verweist eindeutig auf den konkreten Inhalt einer Datei und nicht auf ihren Speicherort. In Verbindung mit Veröffentlichungskontexten kann so sichtbar bleiben, wer ein Werk erstellt und in Umlauf gebracht hat.

Vom Hydrantennetz zum IPFS-Netz / Infrastruktur der Erinnerung

Die Grafik „Infrastruktur der Erinnerung“ verbindet diese beiden Ebenen. Sie überträgt die Idee einer städtischen Versorgungsstruktur in den digitalen Raum. Der Hydrant steht nicht nur für Wasser, Schutz und öffentliche Infrastruktur, sondern auch für Knotenpunkte: Orte, an denen etwas verfügbar wird, wenn es gebraucht wird.

IPFS funktioniert ebenfalls über Knoten. Dateien werden nicht zentral gehostet, sondern weltweit von vielen Rechnern bereitgestellt, gefunden und erneut verteilt. Für das Archiv bedeutet das: Die Erinnerung an die Hydranten wird nicht nur dargestellt; sie wird in einer passenden technischen Struktur gespiegelt. Das Datennetz wird zur zeitgenössischen Entsprechung des alten Infrastrukturnetzes.

Die Grafik verdichtet den Leitgedanken des Archivs: Der Hydrant wird zur Quelle eines verteilten Netzes aus Bildern, Speicherorten und Verbindungen.
Vom Hydrant zum Datennetz, urbane Infrastruktur wird hier als Modell für dezentrale Speicherung und öffentliche Erinnerung lesbar.

Archiv als Teil von URP

Innerhalb von UR&P - Urbane Reflexion und Produktion ist das Archiv kein passiver Speicher. Es ist ein Arbeitsraum, in dem sich Dokumentation, Transformation, Kontextbildung und Öffentlichkeit überschneiden. Fotografien, Videos, NFT-Verweise, Texte und spätere Bearbeitungen bleiben miteinander verbunden.

Dadurch wird sichtbar, dass urbane Objekte nicht nur gesammelt, sondern immer wieder neu gelesen und weitergedacht werden können. Das Archiv ist damit zugleich Rückblick, Werkprozess und Ausgangspunkt weiterer Arbeiten.

Leitgedanke

Das Archiv bewahrt nicht nur Spuren der Vergangenheit, sondern öffnet einen Raum, in dem aus urbaner Erinnerung neue Bilder und neue Verbindungen entstehen.